20. Parteitag der Partei des Fortschritts

29. November 2025, Offenbach am Main

Die Partei des Fortschritts (PdF) hat am 29. November 2025 ihren 20. Bundesparteitag im Hotel Offenbacher Hof abgehalten. Das hybride Veranstaltungsformat – mit rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Ort sowie etwa 30 Mitgliedern online – spiegelte erneut die digitale Ausrichtung und Modernisierungsansprüche der Partei wider. Neben organisatorischen Weichenstellungen prägten strategische Beschlüsse, strukturelle Reformen und ein klarer programmatischer Ausblick den Parteitag.

Interne Strukturierung und Organisations­entwicklung

Ein zentrales Anliegen des Bundesparteitags war die Weiterentwicklung der parteiinternen Strukturen. Ziel ist eine Professionalisierung der organisatorischen Abläufe, eine klarere Definition von Verantwortlichkeiten sowie eine funktionale Struktur, die das Wachstum der Partei nachhaltig unterstützt.

Im Mittelpunkt standen insbesondere:

  • die Formalisierung interner Prozesse,
  • die Erarbeitung klar definierter Rollen und Zuständigkeiten,
  • die Stärkung der organisatorischen Leistungsfähigkeit durch wiederholbare Verfahren,
  • die Verteilung von Verantwortlichkeiten zur Entlastung bestehender Gremien.

Die Delegierten betonten, dass die kontinuierliche Verbesserung der internen Arbeitsprozesse Grundlage für die langfristige politische Wirksamkeit der Partei sei.

Mitglieder­­entwicklung und Partei­wachstum

Der Parteitag markierte zwei bedeutende Meilensteine in der Entwicklung der PdF:

Meilenstein: > 1.000 Mitglieder

Mit dem Erreichen der vierstelligen Mitgliederzahl setzt die Partei ein starkes Signal für ihre wachsende gesellschaftliche Relevanz und Attraktivität. Die Delegierten würdigten diesen Schritt als Bestätigung des konsequent pragmatischen Politikansatzes der PdF.

Meilenstein: Fusion mit den Freien Bürgern Mitteldeutschland (FBM) in Sachsen-Anhalt

Die Integration der FBM stellt einen wichtigen strukturellen Fortschritt für die parteipolitische Präsenz der PdF in Ostdeutschland dar. Die Fusion erweitert nicht nur die organisatorische Basis, sondern stärkt auch die mitteldeutsche Vernetzung.

Ausweitung in den europäischen Raum

Ein historischer Beschluss des Parteitags war die offizielle Ausweitung der Tätigkeit der Partei des Fortschritts auf den europäischen Raum. Anlass hierfür ist die geplante Gründung der französischen Schwesterpartei, für die mit diesem Beschluss der Grundstein gelegt wurde.

Dieser Schritt ist Ausdruck des Anspruchs der PdF, pragmatische, wissenschaftsbasierte und demokratische Politik auch auf europäischer Ebene sichtbarer zu machen und internationale Kooperationen zu fördern.

Legislaturplan für die Jahre 2025 bis 2029

Der Parteitag beschloss den Legislaturplan für die Jahre 2025 bis 2029 – ein strategisches Leitdokument, das die politische, organisatorische und programmatische Ausrichtung der kommenden Jahre definiert.

Der Legislaturplan umfasst zehn Leitlinien, die das Selbstverständnis und die strategische Entwicklung der PdF prägen.

Was ist ein Legislaturplan?

Ein Legislaturplan dient als mehrjähriger strategischer Orientierungsrahmen. Er legt grundlegende Ziele, Prioritäten und Prinzipien fest, an denen sich Partei, Gremien und Mandatsträger während einer Legislaturperiode ausrichten.

Die zehn Leitlinien des Legislaturplans
  1. Strukturen folgen nicht den Möglichkeiten – die Möglichkeiten folgen den Strukturen.
    Wo Ressourcen oder Strukturen fehlen, schafft die Partei sie planvoll, bewusst und rechtzeitig.
  2. Organisatorische Leistungsfähigkeit wächst durch Anwendung.
    Strukturen entstehen durch Tun, Kompetenz entsteht durch wiederholte Praxis.
  3. Bundeseinheitliche Koordination, lokale Anpassung.
    Bundeseinheitliche Standards schaffen Orientierung; lokale Umsetzung schafft Wirkung.
  4. Wiederholung schafft Kompetenz.
    Routine ist ein strategisches Werkzeug; Wiederholung führt zur Professionalisierung.
  5. Klare Rollen – klare Verantwortlichkeiten.
    Die Stärke der Partei entsteht aus der Klarheit ihrer Zuständigkeiten.
  6. Wahlkämpfe als Motor des Wachstums.
    Jeder Wahlkampf dient nicht nur dem Mandat, sondern der strukturellen Entwicklung der Partei.
  7. Einheitliche Kommunikation, vielfältige Stimmen.
    Eine Partei – eine Linie; viele Stimmen – ein gemeinsamer Klang.
  8. Mandate als Fundament der Glaubwürdigkeit.
    Lokale Sichtbarkeit schafft Glaubwürdigkeit, Glaubwürdigkeit schafft Mandate.
  9. Mitglieder sind das Herz – ihre Entwicklung ist die Aufgabe.
    Mitglieder werden nicht eingesetzt, sondern entwickelt.
  10. Zukunftsorientierung statt Bestandsverwaltung.
    Wir bauen die Partei, die wir brauchen – nicht die, die wir bereits haben.

Weiter­entwicklung des zentralen Talking Points

Ein weiterer Bestandteil des beschlossenen Legislaturplans war die Modernisierung des zentralen Talking Points der Partei. Der langjährige Leitbegriff „Ideen statt Ideologien“ hatte die pragmatische und wissenschaftsorientierte Ausrichtung der PdF erfolgreich geprägt. Allerdings zeigte sich in den letzten Jahren, dass dieser Begriff die heutige Entwicklungsphase der Partei nicht mehr vollständig widerspiegelt.

Mit einem verbindlichen Mitgliedsauftrag wurde daher ein neuer Leitbegriff diskutiert und weiterentwickelt – als Grundlage für eine moderne, klare und anschlussfähige politische Kommunikation.

Der neue Talking Point lautet:

„Pragmatisch. Demokratisch. Gut.“

Er bringt den Anspruch der PdF auf den Punkt: lösungsorientierte Politik ohne ideologische Scheuklappen – fundiert auf Demokratie, Vernunft, Empirie und der liberal-demokratischen Grundordnung.

Fazit

Der 20. Bundesparteitag der Partei des Fortschritts markiert einen bedeutenden Schritt in der organisatorischen, programmatischen und strategischen Weiterentwicklung der Partei. Mit klaren Strukturen, einer wachsenden Mitgliederbasis, europäischem Blick und einem modernisierten kommunikativen Selbstverständnis stellt sich die PdF gut gerüstet für die politische Arbeit der kommenden Jahre auf.

Der verabschiedete Legislaturplan und die neuen Leitlinien geben dabei die Richtung vor: professionalisiert, strukturiert, zukunftsorientiert – und fest verankert im Anspruch, pragmatische und demokratische Politik für eine moderne Gesellschaft zu gestalten.